Mein Mitleid hält sich in Grenzen

wenn die Immobilienmakler “auf die Barrikaden gehen”, weil man im Justizministerium vorgeschlagen hat statt 3 Monatsmieten nur noch 2 Monatsmieten Provision zu erlauben.

Der Obmann der Fachgruppe in der WKÖ beweist wie politische Funktionäre leider allzu oft grenzenlosen Realitätsverlust, wenn er in einer Aussendung meint “Der Wohnungssuchende hat vielleicht ein- bis zweimal im Leben eine Maklerprovision zu bezahlen.”. Das gilt vermutlich für Makler selbst, die ohne Zweifel kaum Provisionen entrichten werden und auch bei der Wohnungssuche selbst einen entscheidenden Informationsvorteil haben.

Ein Vergleich der Provisionen quer durch Europa hat schon 2004 gezeigt wie unverschämt hoch die Provisionen in Österreich sind. Wirklich ärgerlich an dem Abwehrreflex des sicherlich redlichen Standesvertreters ist nur die Ignoranz gegenüber den eigenen Vorteilen: die Wohnungspreise sind in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gestiegen, deutlich über Inflation und praktischerweise damit auch die Umsätze der Makler die direkt mit den Mieten gekoppelt sind. Die Leistung die in den meisten Fällen erbracht wird steht in keinerlei Verhältnis zum Verdienst, werden doch meist nur einige wenige Besuchstermine organisiert, die Webseiten und verfügbaren Informationen sind meist mangelhaft und ungenau und rechtliche Beratung ist von einem Makler in den seltensten Fällen zu erwarten. Makler stehen in der Regel eher auf der Seite des Vermieters, obwohl sie vom Mieter bezahlt werden und eigentlich dessen Interessen vertreten sollten.

Genau in diesen Momenten muss man aus meiner Sicht an Einrichtungen wie der Wirtschaftskammer insgesamt zweifeln, deren Aufgabe ohne Zweifel die Interessensvertretung war, die aber leider immer häufiger zu einer Verteidigung von scheinbar ewigen Wahrheiten ohne einen Sinn für die Realität wird.

Windows Vista

Keine populäre Meinung, aber aus meiner Sicht dennoch wahr: Vista ist ein gutes Betriebssystem. Kann sein, dass es das vor einem Jahr noch nicht war, aber ich verwende es jetzt seit einigen Wochen und es ist in der Tat ein großer Schritt vorwärts. Ein paar schöne Features, von der integrierten Desktopsuche, über PDF Integration und durchaus auch einiges am User Interface. Und entgegen aller Befürchtungen ist Vista sogar flott auf meinem kleinen Sony TZ.

Kein Applaus für Scheiße

Seinerzeit eine schöne Aktion von den Fanta 4, kam mir heute wieder in den Sinn als ich das gelesen habe:

But the crowd had had enough of Lacy’s interview style (which was also sprinkled with a few mentions of her existing and upcoming books, as well as a few other irrelevant, personal stories), and turned into a real-life manifestation of a Digg revolt. Once Zuckerberg said to Lacy that she will need to actually ask some questions during the interview, the audience broke into applause, and just didn’t stop.

Ach wäre das doch schön wenn das Publikum öfter mal seine Rechte und Möglichkeiten nutzen würde.

Migration mit BitTorrent

A Dutch university has some 6,500 desktop PCs in ten locations, which on occasion need to download 3.5GB worth of different types of updates. That’s a handsome 22.2TB in total. In a traditional client-server world, that’s some modest lifting.

In fact, INHOLLAND University’s IT department used to have almost two dozen servers distributed over the university’s locations to serve up these downloads. The school was able to retire 20 of them after adopting a new way to distribute updates: BitTorrent.

The peer-to-peer protocol allows PCs to download most of the updates from each other—the remaining servers are mostly needed to send out the first few copies and then coordinate the up- and downloading. One of the advantages of the BitTorrent protocol is that it uses bandwidth where it can find it: faster links are automatically used more.

Using this technology, updating all 6,500 PCs can be done in less than four hours. Previously, this took four days. Four days down to four hours for the same needs!

Leo Blom of ITeleo, who came up with the idea of using BitTorrent, told Ars, “Let me put it this way: if INHOLLAND wants to migrate to Windows Vista, they only have to send out an image through BT. All 6,500 desktops can be migrated overnight in two hours’ time—with one push of a button. It’s a real migration killer. Migration used to mean a lengthy and trying process. At INHOLLAND, we took a different approach.”

Nice.

Monster

Ich bin Taufpate dieses kleinen Monsters und ich bin sehr stolz darauf:

cimg2601.JPG

Automatisierte Annotationen und das Web 2.5

Helge hat gestern begeistert über Open Calais berichtet, ein Service das von Reuters angeboten wird und die automatische Annotation von Texten ermöglicht. Kern des Service ist derzeit die Web Service API, die darauf abzielt Entwicklern die Möglichkeit zu geben Texte zu annotieren und in späteren Versionen auch Metadaten Kontexte (oder Teilgraphen) zu referenzieren, also darauf zu verweisen.

Die Technologie dahinter kommt von einem israelischen Startup namens ClearForest, die vor einiger Zeit schon ein Mozilla Plugin hatten (namens Gnosis, ein Name den sich Leo schützen hätte lassen sollen) dass die Idee eindrucksvoll demonstrierte.

Prinzipiell genau die richtige Idee, hier ein paar Gedanken dazu:

  • Helge schrieb: “So ein bisschen wie Knallgraus TagThe.net für Große. Das ist big big news.” Stimmt, das Service kommt vom Anspruch recht professionell und gut daher, allerdings ist die Funktionalität weit hinter dem was andere Services (inklusive tagthe.net) bereits seit 2004/2005 oder noch früher leisten. Die automatische Annotation von Texten in Corpora ist heute keine Hexerei mehr, nicht trivial aber auch keine Hexerei. Also kann ich dem nicht wirklich beipflichten, nur weil Reuters draufsteht, muss noch nichts Grosses drin sein. Und mit ein wenig Stolz muss ich schon sagen: tagthe.net (das ich bei Knallgrau mitentwickelt habe) hatte beinahe alle Ideen von OpenCalais, inklusive global unique Identifiers und läuft bereits seit 2005 (wie man am Copyright erkennen kann).
  • Ist das wirklich Big News? Nein. Der Trend geht in vielerlei Hinsicht in Richtung eines automatisch annotierten Web, ob das Kleinigkeiten sind wie die “Magic” von Stikkit, Zemanta Zaug oder größere Dinge wie Freebase und Twine. Wie schon immer reiht sich eine große Anzahl von kleinen Bausteinen aneinander, die am Ende einen Weg ergeben (Wahnsinn, ich kann Platte Bilder erzeugen, wow).
  • Der deutlichste Output von OpenCalais ist derzeit wohl der AutoTagger. Derzeit läuft das Service offensichtlich nicht, aber auch wenn es läuft ist sichtbar, dass die Annotation nicht auf Basis von Grammatiken oder logischen Operationen funktioniert, sondern Wörterbücher oder Ontologien verwendet um Entitäten zu erkennen. Was nützt mir aber ein Annotationssystem, wenn es bei neuen Texten, die neue Begriffe enthalten versagt. (Ein Beispiel: LOHAS beginnt sich zu einem Konzept zu entwickeln, ein System das auf Ontologien aufbaut muss das erst lernen, ein logisches System kann den Begriff ohne Lernen erkennen, natürlich nur wenn die Logik stimmt.) Wenn die AutoTagger Applikation wieder funktionieren sollte, kann ich nur empfehlen einen Text zu versuchen der nicht aus dem Bereich News, Blogs, oä. kommt und einige junge Konzepte enthält. Viele wichtige Annotationen werden dabei einfach nicht erkannt werden.
  • RDF. Ja, RDF ist ein wunderbares System. Aber tot. RDF hat sich in der Nutzung als zu schwerfällig, zu unpraktikabel herausgestellt. Vielleicht ändert sich das, meine persönliche Erfahrung damit sagt mir aber eher nicht.
  • Reuters. Auch wenn es ein großer Schritt für Reuters ist, in die Welt der Annotation und der hypertextuellen Information vorzudringen, bin ich skeptisch ob eine Organisation die nach komplett anderen Denkmodellen funktioniert diese Richtungsänderung schafft. Wer darauf aufgebaut ist lineare Texte zu verkaufen (stark vereinfacht) ist nicht unbedingt der richtige Anbieter für so etwas wie Open Calais. Mich wundert ja überhaupt, dass Open Calais nicht schlicht und einfach in den Labs gelandet ist.

Ah ja, was das alles mit dem Web 2.5 zu tun hat? Nunja, ich glaube das ist die Richtung in die es geht. Automatische Annotationen, womit wir wieder am Anfang wären: bereits in Mosaic 1.2 (1993) waren private, öffentliche und Group Annotations vorgesehen. Und auch 2.5, weil das alles mit dem Semantic Web nur bedingt zusammenhängt.

Der 5-Minuten-Wien-Guide

Helge’s Post schreit nach Kopie:

  • Lokale: Frühstück in der Halle oder im Breakfast Club, Gaumenspiel, Osteria #1, Sapa, Delias, Kent, Epos, Lena und Laurenz
  • Club: nicht in die Passage, wenn schon dann in den Volksgarten
  • Schöner Stadtrundgang: durch die Hofburg zur Albertina, über die Kärtnerstrasse zum Stephansdom, den Graben entlang zur Tuchlauben
  • Gute Aussicht: Kahlenberg oder Gloriette
  • Shopping: rund um die Kirchen- oder Neubaugasse
  • Sommer: Türkenschanzpark, Donaukanal, Volksgarten Banane, Eis im Eissalon am Tuchlauben
  • Überraschend gut geworden: Museumsquartier

Mein neuer Homecomputer

b03212e1402c28ccf885a0ef850bbab3.jpg

Update: danke an Christopher für die Aufklärung, auch ein Atom U-Boot kann nützlich sein.

Menschen die am Schreibtisch sitzen

Jedes Genre hat da so sein Stereotyp. Im Film sind es gerne die “Sesselfurzer” (besonders bei Agenten oder Militärs die sich für Gewalt und rasche Entscheidungen rechtfertigen) oder die “Bürohengste”. Im Journalismus gerne die “Schreibtischtäter”. In Zukunft lauter “Wissensarbeiter”.

Betrunkene SMS

Ja, auch Staatschefs sollte man verbieten mitten in der Nacht betrunkene SMS an Ex-Frauen zu schreiben:

“Wenn du zurückkommst, sage ich alles ab”, habe Sarkozy seiner geschiedenen zweiten Frau eine Woche vor der Hochzeit mit der italienischen Sängerin in einer SMS geschrieben, berichtete das französische Magazin “Le Nouvel Observateur” im Internet.

[via ORF Online]