Eine neue Ära

Bricht an, jetzt auch von unterwegs per iPhone sinnlose Sachen posten, inkl. Autocorrection schwachsinn, dank der wordpress app.

Google Chrome

Jetzt ist es raus:

http://googleblog.blogspot.com/2008/09/fresh-take-on-browser.html
http://www.google.com/googlebooks/chrome/

Update: und rockt wie Sau. Echt.

Wow.


Ubiquity for Firefox from Aza Raskin on Vimeo.

Bin gerade sehr extatisch

I love Factolex.com! short and concise explanations

Ein Debakel

Heute früh bin ich auf orf.at auf diverse Kandidatenlisten gestossen, ich finde ja innerparteiliche Prozesse die zu solchen Listen führen hochspannend. Bei der ÖVP Wien wurden einige überwutzelte Damen und Herren auf unsichere Listenplätze verschoben, bei allem Respekt vor Alter und Erfahrung, meine ich dass Erneuerung nicht schaden kann. Gerade in einer Profession wie der Politik.

Dann lese ich von den Wiener Grünen, wo offenbar das Gegenteil passiert ist. Was der kleine Artikel nicht verrät ist, dass es sowohl um Platz 2 als auch um Platz 3 ein rechtes Gerangel gab, jeweils junge, neue Kandidaten haben sich beworben, gewonnen haben die alt eingesessenen. Schade. Weil ich im selben Zug einen Artikel über den Prater von (der grundsätzlich sehr geschätzten) Sabine Gretner gelesen habe (der im übrigen aufgeregter Blödsinn ist), dacht ich bei mir: das eigentliche Debakel ist doch, dass gerade eine Partei wie die Grünen kaum mehr frisches Blut in ihre Reihen lassen. Die Grünen sind mittlerweile mehr “Partei” im negativen Sinn, als jede andere. Sehr schade.

Und ganz am Rande: Herrn Steinhauser habe ich vor 4 Wochen ein Email geschrieben, als er in der Presse über die Schwarz-Grüne Koalition schrieb. Bis heute keine Antwort. Lesen Politiker überhaupt Emails? Oder muss man da anrufen?

Update: Der Standard hat zwei hervorragende Artikel dazu.

Wichtiges Update: Ich habe Albert Steinhauser getroffen und konnte mir ein gutes Bild von seiner Position machen. War ein sehr sehr interessantes Gespräch für das ich herzlich danke. Wie immer ist Politik dann wesentlich transparenter wenn sich jemand die Zeit zum Austausch von Argumenten nimmt.

Besuch

Gestern Nacht hatte ich Besuch. Von einer kleinen Fledermaus.

Ist das gerade chic oder etwa Promotion?

Zurück in die Zukunft?

Heide Schmidt, und damit das liberale Forum, ist zurück in der Bundespolitik. Spannend. Sicher die Meldung des Tages was Innenpolitik angeht.

Einerseits ist mir erst dadurch aufgefallen, wie schwierig es ist, Unterstützungserklärungen zu sammeln, siehe den hier beschriebenen Prozess.

Andererseits eröffnet das die Möglichkeit von Schwarz-Grün-Gelb, ungleichspannender als Schwarz-Grün-Fritz.

Ich wäre durchaus geneigt das LIF zu unterstützen, weil ich Heide Schmidt für eine intelligente Person halte und einige der liberalen Ideen sich durchaus mit grünen oder schwarzen Positionen decken.

Also, die Frage zum Tag: das LIF unterstützen oder nicht?

Was ich Medien und Politik gerne hinter die Ohren schreiben würde

Wenn dort Platz dafür wäre und auch sichergestellt wäre dass es so den Eingang ins Gehirn und damit die Handlungen findet:

  1. Politik ist Kommunikation. Demokratie ist Kommunikation. Kommunikation braucht Nähe. Wer ewig nur im eigenen Sud kocht, mit Ja-Sagern umgeben ist oder mit Journalisten-Kollegen über eine Wahlrechtsreform sinniert, kann sich nicht rühmen die “wahren Bedürfnisse der Menschen da draussen” zu kennen oder zu verstehen. Das politische System, in dem Politiker, Medien und Bürger eine Rolle haben sollten, hat sich eines Akteurs entledigt. Es ist ein sich selbst erhaltendes System geworden in dem über Presseaussendungen länger nachgedacht wird und mehr Zeit mit entbehrlichen Interviews ohne inhaltlichen Wert verbracht wird als mit echter Kommunikation. Das zeigen schon die Spielchen die daraus entstehen: ein Grüner schreibt einen Kommentar, den ein anderer Grüner beantwortet, nur damit dann ein Schwarzer wieder entgegnen darf. So geschehen in der Presse zwischen Volker Plass, Albert Steinhauser und Norbert Walter. Was jemand der das alles dann durch ein Votum entscheiden soll dazu denkt ist eventuell ein paar Zeilen Leserbrief wert.
  2. Menschen für dumm verkaufen geht nur eine gewisse Zeit gut. Und ich glaube diese Zeit ist vorbei. Bis dato hatte ich den Eindruck, dass das Vertrauen in Politik und Journalismus nicht besonders groß ist, allerdings noch vorhanden. Das scheint mir gekippt, denn in den letzten Jahren wird beiden nicht einmal mehr gute Absicht unterstellt, sondern bewusste Desinformation. Schuld sind in beiden Fällen die jeweiligen Protagonisten. Wer vollmundig Unwahrheiten erzählt und tösend die Grenzen des Boulevard überschreitet braucht sich nachher nicht über die Folgen beschweren.
  3. Reflexartige Ablehnung von Positionen anderer Menschen und Parteien ist nicht nur kindisch, sondern hochgradig intolerant und destruktiv. In jedem noch so schlechten Kommunikationsseminar lernt man mit anderen Sichtweisen umzugehen, nur Österreichs Politik verfällt regelmässig (vorzugsweise Sonntag aber auch an allen anderen Tagen) in einen Ablehnungsautomatismus der grauslich ist.
  4. Immer dagegen ist auch nicht besser. Das trifft zB auf die Haltung der Grünen gegenüber Regierungsbeteiligungen zu. Aber auch auf die Haltung der ÖVP zu einer Steuerreform. Oder auf die Ärzte und die Gesundheitsreform. Und noch auf viel mehr. Sinn von Politik kann es nicht sein, sich mit großer Verve für die Erhaltung des IST einzusetzen ohne über Veränderung nachzudenken.
  5. Um einen Wahlkampf wie Obama zu führen fehlt hier zu Lande einiges. Also bitte bitte diesen Kelch vorrübergehen lassen. Das Charisma von Obama und die Authentizität fehlt hier in der Alpenrepublik nicht nur den viel zitierten Hinterbänklern sondern leider auch den meisten Spitzenkandidaten. Und mit authentisch meine ich vor allem eines: den glaubhaft versicherten Willen etwas verändern zu wollen.

Da fällt mir sicher noch etwas ein. Wenn jemand Hinweise hat, nur her damit.

So kanns gehen

Gestern früh setze ich mich also kurz an den Computer und bastle in Photoshop schnell was zusammen, heute findet sich eine Referenz darauf im Standard.

Drei Beobachtungen dazu:

  1. Ich finde die Aktion von Christoph Chorherr sehr spannend und das Ergebnis ebenso. Gut gelungen und ein Zeichen dafür was gute Kommunikation leisten kann.
  2. Ich bin überrascht von den Kommentaren im Standard Artikel, der mein Sujet zur Streitkultur der Politiker darstellt, davon die Rede ist dass Politik ohne Streit nicht möglich ist und das Plakat mit “braunem Hintergrund” anders wirken würde. Wow. Solche Dinge sind offenbar überhaupt nicht auf meinem Radar, nicht wegen fehlender Sensibilität, sondern weil ich genau diese Assoziation überhaupt nicht gehabt habe.
  3. Es würde mich wirklich freuen, wenn Medien (auch Online Medien) sich die Mühe machen würden, zumindestens zu fragen ob sie gewisse Dinge veröffentlichen dürfen. Ist ja nicht so, dass meine Sujets einfach Public Domain wären und kann ja auch sein, dass ich nicht einverstanden bin die mit meinem Namen im Standard zu finden (zur Klärung: es ist mir in diesem Fall egal, aber Fragen wäre nicht verkehrt gewesen). Spannend auch, dass der Wahlkampfblogger per Mail gefragt hat, der Standard aber (warum eigentlich?) glaubt das nicht tun zu müssen.

Grüne Plakate

Ich bin sehr beeindruckt. Christoph Chorherr ruft mit tatkräftiger Unterstützung von Helge dazu auf Vorschläge für Wahlplakate der Grünen zu machen und tatsächlich entstehen buchstäblich über Nacht Ideen. Ich danke für die explizite Einladung und fühle mich geehrt. Sonst interessiert in der Politik ja auch niemanden was ich denke.

So, aber nun zum Entwurf: ich hab mir heute früh mal 30 Minuten Zeit genommen und mich von Dingen im Netz inspirieren lassen (dazu später noch mehr), genauer gesagt einer Präsentation die ich jetzt leider nicht mehr finde, über das Design von Schildern und Hinweisen. Darin ging es darum, dass ein wirklich gutes Schild den aktuellen Zustand des Betrachters mit einbezieht und so etwas wie Mitgefühl zeigt (soweit das möglich ist). Das Beispiel war ein Schild an einer Essensausgabe, wo sich meist lange Schlangen bilden. Auf dem Schild stand dann in etwa “Don’t worry, this line seems longer than it is and moves quickly”. Sehr schön.

So etwas wünsche ich mir auch für Wahlplakate.

Und ich wünsche mir noch etwas, vollkommen utopisches: bitte keine Aggression, bitte kein Anprangern, kein Vergleichen. Bitte nicht Horrorszenarien malen, mit “entweder - oder”. Ich weiss schon dass Eva Glawischnig gesagt hat, man werden beinharten Wahlkampf machen und alle Verfehlungen der Regierung anprangern, aber das muss doch nicht 3 Monate in der Stadt rumhängen.

Und auch noch eine kleine persönliche Spitze, die mir erlaubt sein muss: ich persönlich finde die Energiewende spitze, aber wenn die Grünen bei diesen Wahlen mit der FPÖ mithalten wollen, dann muss es leider mehr Themen geben als Energie, Lesbischwule, Klimawandel und Lösungskompetenz.

So, nun zum Ergebnis. Eine Gratwanderung, alleine weil die Statements die mir auf dem Weg vom 8. in den 7. eingefallen sind, alle nicht die Welt sind. Auch klar sichtbar: die Plakate versuchen eine Verbrüderung mit dem Betrachter, wollen ihm sagen “Wir verstehen Dich”. Ich denke ja auch entgegen aller Kommentatoren und Experten, dass Themen im Wahlkampf untergehen, es geht ums Gefühl, sonst nichts.

Update: Sehe ich genauso:

Diese Wahl wird keine Zukunftsthemenwahl. Sie wird die Wahl, bei der unser provinziell-politisches Systemproblem für noch viel mehr Ösinnen und Ös als bisher offenbar werden wird.

Diese Wahl wird hoffentlich auch von einem Diskurs bestimmt wie Politik ist, nicht nur was Politik tut.