Die Grünen Vorwahlen leben!

Quer durch die österreichische Blogosphäre wird derzeit die Ablehnung bzw. Nachfrage der Grünen bei einigen VorwählerInnen diskutiert (Beispiele: 1 2 3 4). Es ist kein Geheimnis, dass manche der Ansicht sind, das Projekt Grüne Vorwahlen ist damit als gescheitert zu betrachten. Ich sehe das etwas anders:

  1. Das Experiment ist keineswegs gescheitert, sondern muss jetzt erst wirklich weiter gehen. So leid es mir tut, dass viele nicht aufgenommen werden, ging es doch immer darum diese Hürde zu nehmen und mit einer soliden Menge Menschen einen Vorwahlkampf zu organisieren der sich gewaschen hat um dann am 15.11. zu zeigen was die ach so träge, uninteressierte, politikverdrossene “Basis” leisten kann. Und zwar ganz bewusst positiv, da es bei den Grünen Vorwahlen um mehr als die Listenplätze geht.
  2. Ich glaube nicht, dass es sich lohnt für einzelne um ihren Unterstützerstatus zu kämpfen, weil das ein Scheingefecht ist. Die Sammlung von Unterstützern war immer nur ein Schritt um die Vorwahlen legitimieren zu können.
  3. Ich bin der Auffassung, dass jetzt aufgeben, all jenen bei den Grünen in die Hand spielt, die immer der Ansicht waren, dass es nur um Macht ging und jetzt wo der Machtwechsel nicht mehr so leicht erreichbar ist, geben die GVW auf. Wir sollten zeigen, dass auch die die angenommen wurden einen spannenden Diskurs mit der Partei aufbauen können der nicht auf Macht aufbaut, sondern inhaltlich geführt wird und eine Bereicherung für die Grünen ist.
  4. Wer sagt denn, dass all jene die nicht aufgenommen wurden nicht im Vorwahlprozess genauso mitmachen können? Mir wäre sogar recht wenn auch andere Grüne mitmachen, die nicht explizit von den GVW sind. Wir wollten ja den Modus ändern, die Basis verbreiten, Transparenz schaffen, warum sollen wir uns durch Ablehnungen davon abhalten lassen?

Ich glaube es ist wichtig, dass nicht alle Beteiligten sich darauf fixieren das Statut verwirklicht zu sehen um alle Vorwähler “durchzuboxen”, dass das eigentliche Ziel (Offenheit, Bürgerbeteiligung über das Web, aktive Gestaltung) verlustig geht.

Daher mein Wunsch: bitte lasst uns nicht das spannendste politische Projekt der letzten 20 Jahre in der Angst einer Partei vor ihren Wählern verlieren. Das wäre schade um die hervorragende Ausgangsbasis die geschaffen wurde. Wer Nachfragen bekommen hat sollte einfach einen Satz zurückschreiben der Klarheit schafft, es tut mir sehr leid um jede/n die/der nicht aufgenommen wurde, aber wie schon gesagt, der spannendste Teil dieses Projektes kommt erst noch!

[...] diesem Sinne: Die Grünen Vorwahlen leben. Das gilt besonders auch für Abgelehnte: Ihr seid trotzdem Vorwähler! Lasst euch nicht [...]

Pingback by » Wer wirklich hinter den Grünen Vorwahlen steht · Helge's Blog — 18. June 2009 @ 15:01

Jeder abgelehnte Unterstützer ist der Grund für eine Stimme weniger. Und gleichzeitig auch noch die Stimmen seiner Umgebung.

Denn es gibt selten Grüne, welche nicht in einem grünen Wählerumfeld leben. Und da findet natürlich eine Diskussion statt, die nicht gerade freudlich mit den Grünen sein wird.

Ich weiß nicht wie viele Unterstützer abgelehnt wurden, aber jeder einzelne ist um genau einen zuviel.

Warum ich angenommen wurde - trotzdem ich keine Massenmails wollte - ist mir bis heute schleierhaft. Wahrscheinlich hat irgendwer in die ganz alten Protokolle geschaut.

Comment by Freizeichen — 22. June 2009 @ 17:30

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