Ein Debakel
Heute früh bin ich auf orf.at auf diverse Kandidatenlisten gestossen, ich finde ja innerparteiliche Prozesse die zu solchen Listen führen hochspannend. Bei der ÖVP Wien wurden einige überwutzelte Damen und Herren auf unsichere Listenplätze verschoben, bei allem Respekt vor Alter und Erfahrung, meine ich dass Erneuerung nicht schaden kann. Gerade in einer Profession wie der Politik.
Dann lese ich von den Wiener Grünen, wo offenbar das Gegenteil passiert ist. Was der kleine Artikel nicht verrät ist, dass es sowohl um Platz 2 als auch um Platz 3 ein rechtes Gerangel gab, jeweils junge, neue Kandidaten haben sich beworben, gewonnen haben die alt eingesessenen. Schade. Weil ich im selben Zug einen Artikel über den Prater von (der grundsätzlich sehr geschätzten) Sabine Gretner gelesen habe (der im übrigen aufgeregter Blödsinn ist), dacht ich bei mir: das eigentliche Debakel ist doch, dass gerade eine Partei wie die Grünen kaum mehr frisches Blut in ihre Reihen lassen. Die Grünen sind mittlerweile mehr “Partei” im negativen Sinn, als jede andere. Sehr schade.
Und ganz am Rande: Herrn Steinhauser habe ich vor 4 Wochen ein Email geschrieben, als er in der Presse über die Schwarz-Grüne Koalition schrieb. Bis heute keine Antwort. Lesen Politiker überhaupt Emails? Oder muss man da anrufen?
Update: Der Standard hat zwei hervorragende Artikel dazu.
Wichtiges Update: Ich habe Albert Steinhauser getroffen und konnte mir ein gutes Bild von seiner Position machen. War ein sehr sehr interessantes Gespräch für das ich herzlich danke. Wie immer ist Politik dann wesentlich transparenter wenn sich jemand die Zeit zum Austausch von Argumenten nimmt.

Sehr geehrter Herr Schuster!
Ich lese nicht nur E-mails, sondern auch im Internet was so geschrieben wird. Ein E-mail von ihnen zu meinem schwarz-grün Artikel in der Presse habe ich nicht erhalten. Ich hätte es auch beantwortet, da ich die Debatte darüber besonders spannend finde.
MfG
Albert Steinhauser
Comment by Albert Steinhauser — 23. August 2008 @ 21:12