Was ich Medien und Politik gerne hinter die Ohren schreiben würde

Wenn dort Platz dafür wäre und auch sichergestellt wäre dass es so den Eingang ins Gehirn und damit die Handlungen findet:

  1. Politik ist Kommunikation. Demokratie ist Kommunikation. Kommunikation braucht Nähe. Wer ewig nur im eigenen Sud kocht, mit Ja-Sagern umgeben ist oder mit Journalisten-Kollegen über eine Wahlrechtsreform sinniert, kann sich nicht rühmen die “wahren Bedürfnisse der Menschen da draussen” zu kennen oder zu verstehen. Das politische System, in dem Politiker, Medien und Bürger eine Rolle haben sollten, hat sich eines Akteurs entledigt. Es ist ein sich selbst erhaltendes System geworden in dem über Presseaussendungen länger nachgedacht wird und mehr Zeit mit entbehrlichen Interviews ohne inhaltlichen Wert verbracht wird als mit echter Kommunikation. Das zeigen schon die Spielchen die daraus entstehen: ein Grüner schreibt einen Kommentar, den ein anderer Grüner beantwortet, nur damit dann ein Schwarzer wieder entgegnen darf. So geschehen in der Presse zwischen Volker Plass, Albert Steinhauser und Norbert Walter. Was jemand der das alles dann durch ein Votum entscheiden soll dazu denkt ist eventuell ein paar Zeilen Leserbrief wert.
  2. Menschen für dumm verkaufen geht nur eine gewisse Zeit gut. Und ich glaube diese Zeit ist vorbei. Bis dato hatte ich den Eindruck, dass das Vertrauen in Politik und Journalismus nicht besonders groß ist, allerdings noch vorhanden. Das scheint mir gekippt, denn in den letzten Jahren wird beiden nicht einmal mehr gute Absicht unterstellt, sondern bewusste Desinformation. Schuld sind in beiden Fällen die jeweiligen Protagonisten. Wer vollmundig Unwahrheiten erzählt und tösend die Grenzen des Boulevard überschreitet braucht sich nachher nicht über die Folgen beschweren.
  3. Reflexartige Ablehnung von Positionen anderer Menschen und Parteien ist nicht nur kindisch, sondern hochgradig intolerant und destruktiv. In jedem noch so schlechten Kommunikationsseminar lernt man mit anderen Sichtweisen umzugehen, nur Österreichs Politik verfällt regelmässig (vorzugsweise Sonntag aber auch an allen anderen Tagen) in einen Ablehnungsautomatismus der grauslich ist.
  4. Immer dagegen ist auch nicht besser. Das trifft zB auf die Haltung der Grünen gegenüber Regierungsbeteiligungen zu. Aber auch auf die Haltung der ÖVP zu einer Steuerreform. Oder auf die Ärzte und die Gesundheitsreform. Und noch auf viel mehr. Sinn von Politik kann es nicht sein, sich mit großer Verve für die Erhaltung des IST einzusetzen ohne über Veränderung nachzudenken.
  5. Um einen Wahlkampf wie Obama zu führen fehlt hier zu Lande einiges. Also bitte bitte diesen Kelch vorrübergehen lassen. Das Charisma von Obama und die Authentizität fehlt hier in der Alpenrepublik nicht nur den viel zitierten Hinterbänklern sondern leider auch den meisten Spitzenkandidaten. Und mit authentisch meine ich vor allem eines: den glaubhaft versicherten Willen etwas verändern zu wollen.

Da fällt mir sicher noch etwas ein. Wenn jemand Hinweise hat, nur her damit.

[...] >> ohren Kommentar zu Musik in euren Ohren von Kleanthe Saved by buntspecht on Sat 27-12-2008 Was ich Medien und Politik gerne hinter die Ohren schreiben würde Saved by quadelirus on Wed 24-12-2008 The Blackout Argument // SMILE LIKE A WOLF als 7″ Saved [...]

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